Unabhängigkeit ist eine Haltungsfrage

„Ohne Moos, nichts los!“, ein Sprichwort, das den deutschen Familienunternehmen über lange Zeit unbekannt war. Doch die Welt entwickelt sich immer schneller und mit ihr auch die gewohnten Finanzierungsquellen. Stehen wir vor einem Paradigmenwechsel? Diesem Thema gingen Moderatorin Sabine Michel und ihre beiden Gäste im letzten UnternehmerTALK zum Thema „Finanzierung 5.0“ auf den Grund. Eingeladen waren André Knöll, Finanzierungsexperte und Geschäftsführer der KNÖLL Finanzierungsberatung GmbH und Arnold Weissman, Executive Coach und eine der gefragtesten Stimmen in der mittelständischen Beratungsszene.

Wie viele andere Geschäftsbereiche sind die aktuellen Krisen ebenso beim Thema Finanzierung omnipräsent. Hier bringt es André Knöll schon zu Beginn ganz treffend auf den Punkt: „Das beste Mittel gegen Krisen ist Liquidität“. Und die muss unter Umständen mit neuen, vielleicht auch unbekannten Wegen sichergestellt werden. Es sei eben eine Haltungsfrage, ergänzt Arnold Weissman. Krisen sollten viel deutlicher als Chance verstanden werden. Deshalb müsse Unternehmern auch der Mut gemacht werden, über Alternativen zu reflektieren. Schwarzmalerei ist hier fehl am Platz!

Aber wie sehen sie nun aus, diese neuen Wege? Die EU-Taxonomie wird z.B. dafür sorgen, dass klimaschädliche Unternehmen ohne Plan B künftig kein Geld mehr von den Banken erhalten. Zwar zweifelt Knöll daran, ob die Kreditinstitute die richtigen „Gatekeeper in Sachen Nachhaltigkeit“ seien, doch ändert dies nichts an der Tatsache, dass neue Finanzierungskonzepte auf den Tisch müssten. Die größten Potenziale sieht er im Kapitalmarkt, sprich: in Form von Aktien oder Anleihen – eine wichtige Liquiditätssäule, die nach wie vor zu wenig von Deutschlands KMUs genutzt wird.

Welche Investitionen sich dabei am besten anbieten, fragt Gastgeberin Sabine Michel die beiden Experten. Weissman rät: „Investieren sollte man zunächst in Unternehmen, die die Zukunft mitgestalten!“. Dennoch darf die Old Economy abseits moderner Trends niemals vergessen werden, bemerkt André Knöll. Gewisse Wirtschafts- und Industriezweige wird es immer geben. Nicht alles wird und muss digital sein. „Ich bin froh, wenn ich morgen noch ein ganz normales Bier trinken und eine ganz normale Bratwurst essen kann und dafür nicht in die virtuelle Welt ausweichen muss“, scherzt Weissman. Dennoch werden auch diese Branchen an einer Transformation nicht vorbeikommen.

Am Ende ist es eben alles eine Frage der Haltung und damit schließt sich der Kreis. Es wird immer Kapital geben. Man muss sich nur mit Optimismus auf den Weg machen, um es zu finden. Das bedeutet eben auch, im Notfall die alt vertrauten Pfade zu verlassen, aber am Ende wird sich die Mühe immer auszahlen. Geht es nach Arnold Weissman, bleibt „Alles können, nichts müssen“ weiterhin das Gebot der Stunde. Nur so bleibt die unternehmerische Freiheit erhalten. Und die ist bekanntermaßen der beste Antrieb für Innovationen.

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