Nachhaltigkeit in Unternehmen ist mehr als eine Modeerscheinung

Modewort oder Wandel? Diese Frage stellte der UnternehmerTALK am 18. März seinen Gästen und diskutierte gemeinsam mit den Zuschauern über Nachhaltigkeit in Unternehmen.

Nürnberg – Nachhaltigkeit ist heutzutage in jeder Unternehmensphilosophie so unverzichtbar wie wirtschaftliche und finanzielle Aspekte. In den Köpfen der Verbraucher findet ein Umdenken statt und Unternehmer stehen in der Pflicht, ihre Prozesse zu überdenken und im Sinne der Nachhaltigkeit neu zu gestalten. In kleinen Schritten kann jeder einzelne etwas dazu beitragen. So lautete die Quintessenz des UnternehmerTALK am 18. März zum Thema „Nachhaltig wirken“.

Doch was versteht man unter Nachhaltigkeit? Definiert wird der Begriff als Leitbild für politisches, wirtschaftliches und ökologisches Handeln und einem verantwortungsbewussten Umgang mit den endlichen Ressourcen unserer Erde. Die Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftspolitik meinen damit einen dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg sowie anhaltendes – und somit nachhaltiges – Wirtschaftswachstum.

Über die verschiedenen Aspekte von Nachhaltigkeit und deren Umsetzung in Unternehmen, Kommunen und dem Finanzsektor sprach Moderatorin Sabine Michel mit ihren Gästen Alexander Fackelmann (Fackelmann GmbH & Co. KG), Dirk Helmbrecht (VR Bank Nürnberg eG) und Marcus König (Oberbürgermeister Stadt Nürnberg). Angefangen beim Pariser Klimaschutzabkommen über energieeffizientes und energieautarkes Bauen bis hin zum verantwortungsbewussten Umgang mit den eigenen Mitarbeitern galt es ein breitgefächertes Themenspektrum zu umreißen.

Als Familienunternehmer in 3. Generation geht Alexander Fackelmann vor allem im Umgang mit Ressourcen beispielhaft voran und baute in den vergangenen Jahren seinen Firmensitz im fränkischen Hersbruck so um, dass er heute nahezu klimaneutral funktioniert. Auch der Lebenszyklus seiner Produkte und das Recyceln von Rohstoffen spielt in der Unternehmenspolitik eine große Rolle. Als Hersteller von Haushalts- und Küchenprodukten unterliegt Fackelmann dabei besonderen Auflagen. So dürfen beispielsweise sämtliche Produkte, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, nicht aus recyceltem Material hergestellt werden. Hierfür muss das Unternehmen andere Lösungen finden, um die Produkte dennoch möglichst „grün“ herstellen zu können.

Im Wandel zu mehr Nachhaltigkeit werden Unternehmen von der VR Bank Nürnberg unterstützt. Seit vielen Jahren setzt sich Vorstandsvorsitzender Dirk Helmbrecht für nachhaltige Finanzkonzepte in Unternehmen ein, berät sie umfangreich zu den bestehenden Möglichkeiten sowie den Förderkonzepten der Regierung und begleitet sie bei der Umsetzung.

Im Gespräch betonte er ausdrücklich, dass Nachhaltigkeit nicht nur im ökologischen Sinn verstanden werden darf, sondern dass auch soziales Engagement und die Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft entscheidend sind. Wichtig ist vor allem auch, dass man das auch wirklich lebt, was man als Unternehmen nach außen propagiert. Schließlich gäbe es genug Beispiele an der Börse, wo aufgrund des Reputationsverlustes durch Greenwashing Unternehmens-Aktien stark an Wert verloren haben. Diesen Verlust wieder aufzuholen, sieht er als schwieriges Unterfangen an.

Als Politiker zeigte schließlich auch Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König Wege auf, wie eine Kommune Unternehmer und Bürger auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit unterstützen kann. Das Nürnberger Knoblauchsland könne hier mit gutem Beispiel vorangehen. Welche andere Großstadt hat sonst den Vorzug, nur wenige Kilometer vom zentralen Marktplatz regionales Gemüse zu beziehen. Die Herausforderung, die Marcus König für die Stadt in den nächsten Jahren besonders sieht, ist der Balanceakt zwischen dem wachsenden Bedarf an neuem Bauland und der Wahrung landwirtschaftlicher Flächen für den regionalen Anbau frischer Produkte.

Besonders herauskristallisiert hat sich in diesem Gespräch, dass die Unternehmer, der Finanzsektor und die Kommunen nicht für sich selbst handeln, sondern letztendlich alle das gleiche Ziel haben und deshalb gemeinsam an einem Strang ziehen müssen.

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