Einfach und praktisch – das Erfolgsrezept von HappyPo

In der vergangenen Ausgabe des UnternehmerTALK wurde den Zuschauern schnell klar, dass Dinge, die für den Arsch sind, nicht für den Arsch sein müssen. Und das weiß niemand besser als Unternehmerin Dagmar Wöhrl.

Nach ihrer politischen Karriere im Deutschen Bundestag stieg die sympathische Fränkin 2017 als Investorin in der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ ein und landete prompt in ihrer ersten Staffel als Löwin einen Treffer.

Damals präsentierten Oliver Elsoud und Frank Schmischke den Prototyp ihrer mobilen Po-Dusche HappyPo. Während die anderen Löwen nach und nach ausstiegen, investierte Wöhrl 120.000 Euro für 20 % Firmenanteile.

„Oliver und Frank waren richtige Vorzeige-Gründer“, erzählt Wöhrl in der digitalen Live-Sendung. „In den ersten vier Jahren haben sie sich komplett auf ihr Business konzentriert. Während manchen Gründern der Erfolg zu Kopf steigt, haben sich die beiden keinen Tag Urlaub gegönnt. Ihr Büro haben sie komplett selbst ausgestattet und immer versucht, die Kosten so niedrig wie möglich zu halten.“

Dabei verlief der Start von HappyPo gar nicht so reibungslos, wie Oliver Elsoud erählt: „Zu Beginn der Produktion ist unsere Maschine kaputt gegangen und als die Sendung ausgestrahlt wurde, konnten wir keine Produkte liefern.“ Ein Worst-Case-Szenario für jedes Start-up. Hier profitierte HappyPo wiederum von Dagmar Wöhrls Erfahrung und Netzwerk, die die Kommunikation steuerte und Kunden wie Partner besänftigte und sofort eine Ersatzproduktion fand.

Seitdem ging es mit HappyPo steil bergauf. Das Produkt war nach kurzer Zeit restlos ausverkauft, schrieb Gewinne in Millionenhöhe und schaffte letztendlich im Februar 2021 den Exit. Für mehrere Millionen Euro wurde HappyPo an die Razor Group verkauft.

Dass die Entwicklung eines Start-ups nicht immer so läuft, weiß Dagmar Wöhrl. Dennoch arbeitet sie gerne mit Gründern zusammen und setzt alles daran, die Gründerszene in Deutschland auszubauen: „Wir haben zwar eine gute Förderlandschaft, aber vor allem beim Thema Venture Capital wird es hierzulande für Start-ups schwer. Erfolgreiche deutsche Unternehmen zögern, in neue Produkte und gewagte Geschäftsideen zu investieren.“ Andere Länder sind in diesem Punkt schon viel weiter und hängen die deutsche Wirtschaft ab.

Dass das Interesse an der Start-up-Szene wächst, beweist auch der Erfolg von „Die Höhle der Löwen“. Seit 2014 stellen Gründer ihre innovativen Produkte und Geschäftsideen vor und pitchen um die Unterstützung der Löwen. „Die Arbeit mit diesen Gründern ist wirklich spannend“, berichtet Wöhrl. „Wir Löwen wissen im Vorfeld ja überhaupt nichts über die Produkte, die uns vorgestellt werden. Gründer und Löwen werden im Backstage-Bereich streng getrennt, damit ja keine Absprachen im Vorfeld laufen können.“ Die Pitches, die in der Ausstrahlung auf etwa zehn bis zwölf Minuten zusammengefasst werden, dauern mehrere Stunden. Dabei stellen die Gründer nicht nur ihre Produkte, sondern auch sich selbst und ihre Business-Pläne vor. „Das Interessante dabei sind die unterschiedlichen Charaktere. Manche Gründer stehen vor uns und bringen vor lauter Aufregung keinen Ton raus. Dann ist es an uns, sie zu beruhigen und ihnen ein gutes Gefühl zu geben“, so Wöhrl. Auch die aktuelle Staffel, die derzeit auf VOX ausgestrahlt wird, hält einige gute Deals und spannende Storys parat.

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