10. UnternehmerTALK — Das Unternehmer-Gen muss angeboren sein

Früher oder später muss sich jedes Unternehmen mit der Nachfolge beschäftigen und zahlreiche Fragen beantworten. Gerade die scheidende  Generation schiebt dieses Thema gerne auf die lange Bank, dabei ist es wichtig, sich möglichst früh damit auseinander zu setzen.

Nürnberg – Unter dem Titel „NextGen – die Kraft zweier Generationen“ begrüßte Moderatorin Sabine Michel im UnternehmerTALK am 28. Oktober das  sympathische Vater-Tochter-Duo Klaus und Nicole Kobjoll und sprach mit ihnen über die Nachfolgeregelung in Familienunternehmen.

Vater Klaus, der sein erstes Unternehmen mit 22 Jahren gründete, eröffnete 1984 den Schindlerhof in Nürnberg und machte Tochter Nicole, die an diesem Tag ihren 10. Geburtstag feierte, gleich zur stillen Teilhaberin. „Kinder müssen Verantwortung übernehmen“, erläutert der 73-jährige seine Beweggründe. „Meine Tochter musste bereits mit 10 Jahren ihre erste Steuererklärung unterschreiben. Wenn man so etwas frühzeitig plant, hat das aber natürlich auch steuerliche Vorteile.“

Generell ist er der Meinung, dass das Unternehmer-Gen und die Leidenschaft dafür angeboren sein müssen, denn diese Eigenschaften kann man nicht  erlernen. Er weiß aber auch, dass man die Kinder schon früh darauf vorbereiten und sie hin und wieder auch auf den richtigen Weg schubsen muss. So, wie es Klaus Kobjoll bei Tochter Nicole tat.

Und was sagt sie dazu? „Eigentlich wollte ich viel lieber Innenarchitektin werden“, schmunzelt sie. Dennoch kehrte sie ins Familienunternehmen zurück –  zunächst für ein Jahr. Dort übernahm sie den Bau eines neuen Gebäudes, das sie ganz nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten durfte. Die einzigen  Vorgaben, die sie vom Vater bekommen hat, waren ein fixes Budget und die Anzahl der neuen Zimmer. Nachdem dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen war und Nicole sich im Familienunternehmen wohlfühlte, entschied sie sich zu bleiben.

„Egal, wann oder wie die Nachfolge im Unternehmen umgesetzt wird, entscheidend ist, dass das Zwischenmenschliche passt“, so die heutige  Geschäftsführerin. Denn das rechtliche, steuerliche oder strategische Know-how könne man sich notfalls auch extern dazu holen. Wenn sich die beiden Generationen aber nicht verstehen, kann es einfach nicht funktionieren.

So ist es ihr eben auch sehr wichtig, dass ihr Sohn Max (11) frei entscheiden kann, ob er ins Familienunternehmen einsteigt oder nicht. Opa Klaus ist da anderer Meinung: zu seinem 3. Geburtstag bekam der Enkelsohn von ihm 3 % der Unternehmensanteile geschenkt und damit auch die Verantwortung für seine eigene Steuererklärung.

Der UnternehmerTALK wird unterstützt von Schaffer & Partner Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte, EMS Experts Managed Services, VR Bank Nürnberg eG und smic! Events & Marketing.

Am 22. November um 20:21 Uhr geht der UnternehmerTALK unter dem Titel „Homeoffice… kann jeder!?“ in die nächste Runde. Alle Informationen zu den  Talk-Gästen und zur Anmeldung finden Sie unter unternehmertalk.unternehmer-orange.de.

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